Warum Standard-Montagen an WDVS scheitern
Das Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist heute Standard – von Delbrück und Paderborn bis Gütersloh. Für den Metallbau ist das eine Herausforderung: Schwere Bauteile wie Geländer, Treppen oder Vordächer müssen sicher halten, ohne die Dämmung zu beschädigen.
Wird einfach durch die Dämmung ins Mauerwerk gebohrt, entstehen zwei Probleme:
- Wärmebrücken: Metall leitet Wärme sehr gut. Im Winter fließt über die Befestigung Wärme nach außen, die Wand kühlt innen ab – es kann Kondensat und Schimmel entstehen.
- Fehlende Druckfestigkeit: Lehnt sich jemand gegen das Geländer, wirken große Hebelkräfte. Ohne druckfeste Unterkonstruktion werden Putz und Dämmung zusammengedrückt, die Befestigung lockert sich.
Die Lösung: thermische Trennung
Wir setzen thermisch getrennte Montagesysteme ein. Ein druckfestes Element aus glasfaserverstärktem Kunststoff überbrückt die Dämmung und leitet die Last ins tragende Mauerwerk oder in den Beton – ohne dass Metall die Wand direkt berührt. Dichtungen verhindern, dass Schlagregen eindringt.
| Merkmal | Einfache Durchsteckmontage | Thermisch getrenntes System |
|---|---|---|
| Wärmebrücke | hohes Risiko | stark reduziert |
| Druckfestigkeit in der Dämmung | keine | druckfestes Distanzelement |
| Dichtigkeit | Risiko von Schlagregen | systemintegrierte Dichtung |
| Fassade | Beschädigung möglich | sauber, geschraubt |
So läuft die Montage ab
- Untergrund klären: Mauerwerk, Beton oder Holzständerwand? Davon hängt der Anker ab. Bei Lochsteinen braucht es Injektionsanker mit Siebhülse.
- Dämmstärke und Lasten festlegen: Je dicker die Dämmung, desto länger der Hebelarm – das bestimmt Durchmesser und Anzahl der Anker.
- Dämmung öffnen: An jedem Befestigungspunkt wird die Dämmung passgenau ausgefräst, nicht aufgebrochen.
- Distanzelement setzen: Das druckfeste, thermisch trennende Element wird im tragenden Untergrund verankert.
- Abdichten: Der Übergang zum Putz wird mit Dichtscheibe und Dichtstoff gegen Schlagregen geschlossen.
- Geländer anschrauben: Erst jetzt kommt das Bauteil an die Fassade – justierbar und wieder lösbar.
Vor dem Dämmen oder danach?
Am einfachsten ist die Montage, wenn sie vor dem Dämmen geplant wird: Dann setzt man Montagequader oder Konsolen direkt auf das Mauerwerk, und der Fassadenbauer dämmt und putzt darum herum. Die Befestigungspunkte liegen später sauber im Putz.
Bei einer fertig verputzten Fassade geht es auch, mit Systemen, die sich nachträglich durch die Dämmung setzen lassen. Das ist aufwendiger: Die Lage der Anker muss ohne Sicht auf das Mauerwerk stimmen, und jede Öffnung im Putz muss dauerhaft dicht werden.
Was wir vor dem Angebot wissen müssen
- Dämmstärke und Dämmstoff (Polystyrol, Mineralwolle, Holzfaser)
- Wandaufbau dahinter, soweit bekannt (Baujahr, Bauunterlagen)
- Lage von Fenstern, Rollladenkästen und Fallrohren
- bei Vordächern und Treppen: Gewicht und Auskragung
Planung schon am Fenster
Oft sitzen Geländer direkt an Fenstern oder bodentiefen Türen – dort ist der Platz für Befestigungen knapp. Wir planen die Montagepunkte im CAD so, dass sie außerhalb der Fensterprofile liegen und die Optik trotzdem schlank bleibt.
Geschraubt statt geschweißt
Wir montieren an der Fassade grundsätzlich geschraubt. Das schützt die fertige Fassade vor Funkenflug und Schweißperlen und erhält den Korrosionsschutz der verzinkten und beschichteten Bauteile. Mehr dazu im Beitrag Schraubverbindungen im Metallbau.