Die drei Verfahren
WIG – Wolfram-Inertgas-Schweißen. Der Lichtbogen brennt zwischen einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und dem Werkstück, der Zusatzwerkstoff wird von Hand zugeführt. Ein inertes Schutzgas (Argon) schützt die Naht. Vorteil: höchste Sauberkeit, keine Spritzer, volle Kontrolle.
MAG – Metall-Aktivgas-Schweißen. Ein Schweißdraht wird kontinuierlich durch den Brenner gefördert und schmilzt im Lichtbogen ab. Vorteil: schnell, produktiv, ideal für Stahlkonstruktionen.
E-Hand – Lichtbogenhandschweißen. Eine umhüllte Stabelektrode ist Energieträger und Zusatzwerkstoff zugleich; die Umhüllung bildet Schutzgas und Schlacke. Vorteil: robust, ohne Gasflasche, gut für Baustellen.
Vergleich
| Merkmal | WIG | MAG | Elektrode |
|---|---|---|---|
| Geschwindigkeit | langsam | sehr hoch | mittel |
| Nahtoptik | exzellent | gut | rau (Schlacke) |
| Einsatz im Freien | ungeeignet (Wind) | ungeeignet (Wind) | sehr gut |
| Spritzer | nahezu keine | vorhanden | stark |
| Materialstärke | ca. 0,5–6 mm | ab ca. 1 mm | ab ca. 2 mm |
Welches Verfahren für welches Metall?
- Stahl: Alle drei Verfahren funktionieren. Für Konstruktionen nutzen wir meist MAG.
- Edelstahl: WIG für optisch perfekte Nähte, etwa an Geländern und Handläufen.
- Aluminium: WIG mit Wechselstrom, um die Oxidschicht aufzubrechen.
Warum draußen kaum mit Schutzgas geschweißt wird
WIG und MAG schützen das flüssige Schmelzbad mit einem Gasstrom aus dem Brenner. Schon leichter Wind bläst das Gas weg, Luft gelangt an die Naht, und es entstehen Poren. Die Stabelektrode erzeugt ihr Schutzgas dagegen direkt am Lichtbogen aus der Umhüllung und deckt die Naht zusätzlich mit Schlacke ab. Deshalb ist E-Hand das Verfahren für Reparaturen im Freien – und deshalb entstehen Geländer, Treppen und Tore bei uns in der Werkstatt und werden vor Ort geschraubt.
Aufwand und Wirtschaftlichkeit
| WIG | MAG | Elektrode | |
|---|---|---|---|
| Lernaufwand | hoch (beide Hände arbeiten) | gering (eine Hand führt) | mittel |
| Geräteaufwand | hoch | mittel bis hoch | gering, keine Gasflasche |
| Wirtschaftlich bei | Sichtnähten, dünnem Blech, Edelstahl | langen Nähten, Serien, Stahlbau | Einzelnähten, Montage, Reparatur |
| Nacharbeit | kaum | Spritzer entfernen | Schlacke abklopfen, bürsten |
WIG ist langsam, spart aber Nacharbeit: Eine sauber gezogene Naht an einem Edelstahlhandlauf wird nur noch gebeizt oder verschliffen. MAG trägt viel Material in kurzer Zeit auf und ist bei tragenden Stahlkonstruktionen das wirtschaftlichste Verfahren.
Dünnes Blech, dickes Profil
Bei Blechen unter etwa 1 mm lässt sich der Lichtbogen nur beim WIG-Schweißen fein genug dosieren, um nicht durchzubrennen. Bei dicken Querschnitten wird die Naht vorbereitet (angefast) und in mehreren Lagen geschweißt. Wärme verzieht das Bauteil – wir heften deshalb zuerst, schweißen in wechselnder Reihenfolge und richten bei Bedarf nach.
Arbeitsschutz
Schweißrauch enthält feine Metallpartikel, der Lichtbogen strahlt starkes UV-Licht ab. Ohne Schweißerschutzschild, geschlossene Kleidung und Absaugung drohen Verblitzen der Augen, Hautverbrennungen und Atemwegsschäden. Bei Edelstahl kommen Chrom- und Nickelverbindungen im Rauch hinzu.
Geprüfte Schweißer
Bei mitSteel schweißen Schweißer mit Prüfung nach DIN EN ISO 9606-1. Auf der Baustelle montieren wir bevorzugt geschraubt statt geschweißt – das schützt Oberflächen und Korrosionsschutz. Geschweißt wird in der Werkstatt, unter kontrollierten Bedingungen.