Die wichtigsten Werkstoffe im Überblick
| Werkstoff | Werkstoffnummer | Streckgrenze (ca.) | Korrosionsbeständigkeit | Typische Anwendung |
|---|---|---|---|---|
| Baustahl S235JR | 1.0038 | 235 N/mm² | nur mit Verzinkung/Beschichtung | Treppen, Carports, Tore |
| Edelstahl V2A | 1.4301 | ca. 190–230 N/mm² | hoch (außer Chloride) | Geländer innen, Handläufe |
| Edelstahl V4A | 1.4404 | ca. 200–240 N/mm² | sehr hoch | Geländer außen, Poolbereich |
| Aluminium | z. B. EN AW-6060 | ca. 160 N/mm² | sehr hoch (selbstpassivierend) | Tore, Balkonsysteme |
Baustahl S235JR – das Arbeitspferd
S235JR ist der Standard für tragende Konstruktionen. Die Streckgrenze von 235 N/mm² markiert den Punkt, an dem Stahl von elastischer in bleibende Verformung übergeht. Konstruktionen werden so ausgelegt, dass die Spannungen – inklusive Sicherheitsbeiwerten nach DIN EN 1991 – im elastischen Bereich bleiben. Im Außenbereich braucht Baustahl immer einen Korrosionsschutz, am besten Feuerverzinkung, auf Wunsch mit Pulverbeschichtung. Mehr dazu im Ratgeber Oberflächenveredelung.
V2A oder V4A?
V2A (1.4301) enthält rund 18 % Chrom und 8 % Nickel. V4A (1.4404) enthält zusätzlich etwa 2 % Molybdän – das erhöht die Beständigkeit gegen Lochfraß (Pitting) deutlich. In Straßennähe mit winterlichem Streusalz, am Pool oder an der Küste ist V4A die richtige Wahl. V2A kann dort braune Flecken bekommen.
Kontaktkorrosion vermeiden
Werden zwei unterschiedliche Metalle bei Feuchtigkeit direkt verbunden, entsteht ein galvanisches Element – das unedlere Metall korrodiert beschleunigt. Wir planen deshalb konsequent elektrochemische Trennungen ein: EPDM-Unterlagen, Polyamid-Scheiben oder Isolierhülsen. Ein kleines Detail, das die Lebensdauer einer Konstruktion deutlich verlängert.
Steifigkeit, Gewicht und Wärmedehnung im Vergleich
Die Streckgrenze sagt, wann ein Werkstoff nachgibt. Für Geländer und Handläufe ist oft etwas anderes wichtiger: wie stark sich ein Profil durchbiegt und wie sehr es sich bei Wärme längt.
| Kennwert | Baustahl | Edelstahl (V2A/V4A) | Aluminium |
|---|---|---|---|
| Dichte | 7,85 g/cm³ | 7,9 bis 8,0 g/cm³ | 2,7 g/cm³ |
| Elastizitätsmodul | 210.000 N/mm² | ca. 200.000 N/mm² | ca. 70.000 N/mm² |
| Wärmedehnung je Meter und 10 °C | 0,12 mm | 0,16 mm | 0,23 mm |
| Längenänderung eines 4-m-Handlaufs zwischen −10 und +50 °C | 2,9 mm | 3,8 mm | 5,5 mm |
Zwei Folgen für die Praxis: Ein Aluminiumprofil biegt sich bei gleicher Form etwa dreimal so stark durch wie Stahl und braucht deshalb größere Querschnitte. Und lange Handläufe aus Edelstahl oder Aluminium brauchen Dehnungsmöglichkeiten, sonst drücken sie im Sommer auf die Befestigung.
Cortenstahl – wetterfester Baustahl
Wetterfester Baustahl (zum Beispiel S355J2W) enthält geringe Mengen Kupfer, Chrom und Nickel. Er bildet eine dichte, fest haftende Rostschicht, die das weitere Rosten stark bremst. Voraussetzung ist ein Wechsel von nass und trocken: Dauerfeuchte Stellen, stehendes Wasser und Erdkontakt ohne Drainage vertragen auch Cortenstahl nicht. Während die Patina entsteht, läuft Rostwasser ab – helle Beläge darunter brauchen eine Tropfkante oder Abstand.
Aluminium – leicht und kältezäh
Aluminium wiegt mit rund 2,7 g/cm³ etwa ein Drittel von Stahl. Es bildet eine schützende Oxidschicht und wird bei Kälte nicht spröde. Das macht es interessant für Tore, Balkonsysteme und Bauteile, bei denen Gewicht eine Rolle spielt.